Grundregeln für Internettexte: Was sollten Sie beim Schreiben im Internet beachten?

Grundregeln für Internettexte

Unser Leseverhalten im Internet zeichnet sich vor allem durch eines aus: Ungeduld. Wie bewegen Sie Ihre Nutzer trotzdem dazu, Ihre Internettexte zu lesen? Mit den 5 folgenden Tipps schaffen Sie hochwertigen Inhalt und zufriedene Nutzer.


Dieser Artikel ist ein Gastartikel von Verena Metzler. Sie ist Lektorin und Texterin sowie Bloggerin auf verena-metzler.de.


1. Richtig verkaufen mit Ihrer Begeisterung!

Egal ob Sie eine Dienstleistung, ein Event oder ein Produkt verkaufen wollen: Schreiben im Internet benötigt echte Begeisterung. Denn nur, wenn Sie selber restlos von Ihrem Angebot überzeugt sind, können Sie auch Ihre Leser in Ihren Bann ziehen. Verstehen Sie sich selbst als Lehrer, der vor einer unmotivierten Klasse steht: Sie werden nur dann Zuhörer gewinnen, wenn der Funke Ihrer Begeisterung überspringt.
Schreiben Sie jedoch nicht wie ein Marktschreier, sondern erklären Sie Ihrer Zielgruppe, warum Ihr Angebot einzigartig ist. Erkunden Sie vorher Ihre eigenen Gefühle: Warum sind Sie so begeistert? Welche Probleme löst Ihr Angebot oder was vereinfacht es? Geben Sie außerdem praktische Tipps und erklären Sie Besonderheiten. Nur so werden Sie und Ihr Angebot ernst genommen.


2. Halten Sie das richtige Maß

Auch, wenn es verlockend ist: Versprechen Sie niemals das Blaue vom Himmel. Jeder Text wirkt unseriös, wenn er nur Superlative enthält – das gilt auch für Texte im Internet. Halten Sie deshalb stets eine gute Begründung parat, warum sich Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt wirklich lohnt. Achten Sie außerdem auf die sprachlichen Vorgaben der verschiedenen Texttypen: Auf Facebook können Sie ruhig etwas salopper formulieren. Eine Pressemitteilung sollte jedoch schon seriöser ausfallen und ein Fachartikel gänzlich auf kreative Wortneuschöpfungen oder Umgangssprache verzichten.
Auch bei Blogartikeln sollten Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, Ihr Licht jedoch auch nicht unter den Scheffel stellen. Machen Sie mit Ihrer Überschrift ruhig Lust auf mehr, doch achten Sie immer darauf, dass Ihr Artikel auch hält, was Sie versprechen. Ein einmal enttäuschter Leser kommt so bald nicht wieder zurück.


3. „Über mich“ gewinnbringend nutzen

Auf Ihrer Website spricht jeder Text entweder für Sie oder gegen Sie. Das gilt auch für Ihren Profiltext (= „Über mich“). Denn Kunden verlassen sich bei der Auswahl des passenden Dienstleisters oder Anbieters immer häufiger auf die Beschreibung der jeweiligen Person. Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Konkurrenz ist in nahezu jedem Feld groß. Für Kunden gestaltet sich die Suche nach „dem einen” deshalb sehr aufwendig und zeitraubend. Schließlich sind es nicht nur die fachlichen Qualitäten, die stimmen müssen. Für eine fruchtbare Zusammenarbeit sollten auch die Kommunikation und das Arbeitsklima passen – und das ist umso wahrscheinlicher, je besser Kunden und Dienstleister miteinander harmonieren.
Ein guter Über-mich-Text gibt deshalb Einblicke in Ihren Charakter und Ihre Fähigkeiten bzw. Erfahrungen, ohne zu persönlich oder arrogant zu werden. Denken Sie daran: Ihre Kunden wollen Sie einschätzen können, jedoch nicht peinlich berührt sein. Vor allen Dingen aber wollen sie wissen, wie sie von Ihnen profitieren können. Eine Kopie Ihres Lebenslaufes ist trotzdem denkbar ungeeignet, denn dort präsentieren Sie sich sehr ichbezogen und zugeknöpft. Formulieren Sie besser in einem gut lesbaren Fließtext, was Sie ausmacht und was der Kunde von Ihnen hat. So wirken Sie menschlich und kompetent zugleich.


4. Schreiben Sie für Menschen auch SEO-Texte

Das Internet ist voller Tipps für gute SEO-Texte. Viele Ratgeber verlieren sich jedoch in der Aufzählung der formalen Vorgaben. Keyworddichte, Zwischenüberschriften und Co. sind zwar wichtige Faktoren, doch sollten Sie beim Verfassen Ihrer Internettexte stets beachten, dass Sie zuallererst für Ihre Leser schreiben. Lassen Sie sich also nicht zu einem Text verleiten, der zwar vor Keywords strotzt, aber weder einen Sinn hat noch ordentlich ausformuliert wurde. Setzen Sie lieber auf qualitativ hochwertigen Inhalt, den Ihre Nutzer gerne lesen und weiterempfehlen.
Es ist deshalb ratsam, sich für einen guten SEO-Text zunächst in Ihre Leser hineinzuversetzen. Weshalb haben sie nach Ihrem Keyword gesucht? Was versprechen sie sich von Ihrer Seite und somit von Ihren Texten? Wenn Sie frisches Obst verkaufen wollen, reicht es nicht, alle Obstsorten aufzuzählen, die sie vertreiben. Geben Sie stattdessen Einblicke in Ihren Gärtneralltag oder überraschen Sie Ihre Leser mit Lagerungs- oder Rezepttipps. Auf diese Weise enthalten Ihre Texte einen echten Mehrwert und auch Ihre Keywords verteilen sich wie von selbst.


5. Ohne Format geht es nicht

Sie haben alle bisherigen Tipps befolgt und einen wirklich hochwertigen Internettext mit einzigartigem Inhalt geschrieben? Hervorragend! Nun müssen Sie ihn nur noch in eine dem Auge gefällige Form bringen, denn ohne das Beachten gewisser Formvorgaben wird kaum jemand mehr als die Überschrift lesen.

 

  • Internetnutzer sind ungeduldig und generell nicht in der Stimmung für eine Lesestunde. Gönnen Sie dem Auge deshalb Pausen, indem Sie sinnvolle Absätze setzen. Ermöglichen Sie außerdem das Scannen Ihres Artikels durch Hervorhebungen der wichtigsten Sätze.
  • Geben Sie zu Beginn eine Kurzzusammenfassung, ohne die Kernaussage Ihres Textes bereits zu verraten. Formulieren Sie außerdem eine attraktive Überschrift.
  • Formulieren Sie in klarer Sprache und einfachen Sätzen.
  • Verwenden Sie aussagekräftige Zwischenüberschriften. So halten Sie Ihre Leser bei der Stange. Versprechen Sie jedoch niemals zu viel!
  • Sorgen Sie dafür, dass jeder Absatz auch für sich alleine Sinn ergibt.
  • Nutzen Sie, wenn möglich, Listen. So präsentieren Sie Ihr Wissen in anschaulicher Weise.
  • Verlinken Sie auf weiterführende Texte oder Videos und/oder Ihre Quellen.
  • Schreiben Sie grundsätzlich für ein fachlich wenig vorgebildetes Publikum. Geben Sie Ihren Lesern jedoch niemals das Gefühl, dumm zu sein.

 

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Verena Metzler

Als freie Texterin und Lektorin bin ich mit allen Arten des geschriebenen Wortes vertraut. Für meine Kunden schreibe ich Produktbeschreibungen, Websitetexte oder Flyer – sogar eine Dankesrede war schon dabei. Die unterschiedlichen Anforderungen sorgen für ein hohes Maß an Abwechslung und halten meine Schreibfinger fit. In meinem eigenen Blog widme ich mich meiner zweiten Profession, dem Lektorat, und gebe Einblicke in den Alltag einer Lektorin. Mehr über mich finden Sie unter verena-metzler.de.

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