SEO Rankingfaktoren

In der Suchmaschinenoptimierung ist immer wieder von „Rankingfaktoren“ die Rede – meist im Zusammenhang mit Google. Dabei geht es um verschiedene Eigenschaften einer Website mit einzelnen Seiten, welche die Rangfolge der Ergebnisse einer Suchanfrage beeinflussen. Möchtest Du für Deine Website eine effektive Suchmaschinenoptimierung durchführen, benötigst hierfür natürlich einen Überblick über die wichtigsten Rankingfaktoren, die von Google & Co. zur Bewertung von Webseiten eingesetzt werden. Auch wenn die Bewertungskriterien der Suchmaschinen nicht gänzlich bekannt sind und ständig angepasst werden, lässt sich aufgrund von Erfahrungswerten auf verschiedene Rankingfaktoren schließen, die in der SEO unerlässlich sind und bei gezielter Anwendung eine bessere Position in Suchmaschinen garantieren. 

Hier die wichtigsten Bausteine: Content | Struktur | HTML-Tags | Links | E-A-T | Nutzersignale | Vertikale Suche | Local SEO 

 

SEO und Website-Struktur

Der Begriff Website-Struktur bezeichnet die Art und Weise, wie Du die Inhalte auf der Website strukturierst. Sind die Inhalte logisch und für den Besucher nachvollziehbar aufgebaut, so kann sich der Besucher besser auf der Website orientieren. Außerdem vereinfacht es eine gute Website-Struktur den Suchmaschinen-Crawlern alle SEO-relevanten Seiten zu finden und den Inhalt schnell zu erfassen.

Um den Inhalt Deiner Webseite logisch und hierarchisch zu gliedern, solltest Du zunächst eine Keyword-Analyse vornehmen, die ausgewählte Keywords kategorisieren und einzelnen Seiten zuordnen. Jede Seite sollte nur ein Fokuskeyword haben. Mithilfe der Navigation verlinkst Du die einzelnen Seiten miteinander und damit ermöglichts den Besuchern eine unkomplizierte Navigation auf einer Website. Dabei berücksichtigst Du folgende SEO-Aspekte:

  • Flache und logische Navigations-Struktur 
  • Alle wichtigen Seiten sind von der Startseite aus verlinkt
  • Querverlinkungen zu themenrelevanten Bereichen oder Kategorien

Weiterhin kannst Du Rankings positiv beeinflussen, indem Du die Website-Inhalte mithilfe der folgenden Elemente optimal gestaltest:

Crawlbarkeit 

Die Crawlbarkeit besagt, wie einfach Deine Website für Crawler zu lesen ist. Suchmaschinen verwenden Web-Crawler wie Googlebots oder Bingbots, um Website-Inhalte zu lesen und zu indizieren. Wenn Teile Deiner Website nicht crawlbar sind, weil sie z.B. durch ein Passwort gesperrt wurden, können Suchmaschinen sie nicht in ihren Index aufnehmen. Folglich erscheinen diese Website-Inhalte auch nicht in den Suchergebnissen, wenn ein Benutzer eine bestimmte Suchanfrage eingibt. Um das Crawling so effektiv wie möglich zu gestalten, ist es daher ratsam, folgende Punkte zu beachten: 

  • Interne Verlinkungen: Sinnvolle interne Verlinkungen sorgen dafür, dass alle wichtigen Unterseiten sowohl von Besuchern wie auch von Suchmaschinenbots gefunden werden können.
  • Standardisierter HTML-Code: Die standardisierten HTML-Tags von W3C ermöglichen es den Bots, den Inhalt einer Seite richtig zu interpretieren. 
  • Richtige Verwendung der Meta-Tags “robots” und „robots.txt“: Alle SEO-relevanten Seiten sollten für das Crawling frei zugänglich sein. Das wird durch die richtige Verwendung der Meta-Tags „robots“ und „robots.txt“ gesteuert.
  • XML-Sitemap: Eine aktuelle XML-Sitemap begünstigt einen effektiven Crawling-Prozess. Das ist besonders wichtig bei einer komplexen, verschachtelten Website-Struktur. Kleine, in sich gut strukturierte Websites brauchen eine XML-Sitemap nicht unbedingt.
  • Schnelle Ladezeiten: Webseiten, die nur zögerlich laden, schätzen weder Besucher noch Crawler. Im schlimmsten Fall springen die Benutzer ab und die Crawler indizieren die Seite nicht. Daher ist eine schnelle Infrastruktur eine notwendige Grundlage für zufriedene Besucher und gute Rankings.
  • Javascript, Flash-Inhalte und Frames:
    JavaScript kann für Googlebots schwierig zu verstehen sein. Daher solltest Du es richtig einsetzen oder wenn möglich komplett vermieden. Folge Google-Anleitung  für den Umgang mit JavaScript
    Das Flash-Format wurde von Google 2020 von der Indexierung ausgeschlossen – genauso wie auch SWF-Dateien. Google weist auf andere Standards wie HTML5 als Alternativen zu Flash hin.
    Frames und Inlineframes (Iframes): Frames spielten bei der Erstellung von Webseiten lange Zeit eine wichtige Rolle. Inzwischen sind Frames jedoch fast nirgends mehr zu finden. Frames stellen für Crawler ein Problem dar, weil sie die korrekte Indizierung und Darstellung der Webseite verhindern. IFrames werden immer noch verwendet, um externe Inhalte wie ein YouTube-Video einzubinden. Aber auch iframes sollten nicht übermäßig zum Einsatz kommen. Setzt Du sie ein, solltest Du sie unbedingt mit einem gängigen HTML-Marker auszeichnen.

Mobile

Heutzutage werden die meisten Suchanfragen auf mobilen Geräten gestellt. Auf diesen Trend bereitet Google Webmaster seit Jahren vor und Google kündigte schon 2016, dass der Mobile-Index den Desktop-Index ablösen werde. Seit 1. Juli 2019 ist der Google Mobile First Index bereits standardmäßig für neue Websites aktiv, diese werden standardmäßig, mit dem Smartphone-Bot indexiert und zur Bewertung von Qualität und Rankings herangezogen. Hast Du Deine Website mit der Google Search Console verknüpft, kannst Du sehen, ob der Smartphone-Bot das Crawling deiner Seiten übernommen hat.

Daher sollte Deine Website mobil-freundlich angelegt sein. In der Umsetzung heißt das: Besucher können problemlos durch die verschiedenen Elemente navigieren (Steuerelemente, Navigationsmenüs, Textgröße, Tasten,...). Außerdem passt sich Inhalt der Bildschirmgröße und der Auflösung der verwendeten Mobilgeräte an. 

Auch wenn es viele Content-Management-Systeme gibt, die mobilfreundliche Websites anbieten, solltest Du sicherstellen, dass alle Inhalte mobil-freundlich sind und Deine Webseiten schnell geladen werden. Unbedingt vermeiden solltest Du Werbeflächen (Pop Ups), die sofort beim Aufrufen der Seite aufklappen und so verhindern, dass Besucher die Hauptinhalte sofort sehen können. 

Websites können durch die Verwendung von Googles AMP (Accelerated Mobile Pages) oder mobilen Apps weiter optimiert werden. Wenn Du letztere verwendest, solltest Du eine App-Indizierung anwenden, die es dem Nutzer ermöglicht, Suchergebnisse und den Inhalt der App anzuzeigen.

Duplikate

Doppelter Inhalt verwirrt Webcrawler, denn er führt dazu, dass Benutzer auf zwei verschiedenen URLs dieselben Inhalte gezeigt bekommen. Es ist daher wichtig, dass Du bei doppelten Inhalten den Canonical-Tag (rel="canonical") verwendest oder Suchmaschinen nur eine Version des Inhalts zur Verfügung stellst. Doppelter Inhalt mindert die Relevanz, Vertrauenswürdigkeit und Autorität Deiner Inhalte und macht sie für Benutzer weniger wertvoll. Google wird übrigens ständig besser darin, doppelte Inhalte zu erkennen. Verlass Dich also nicht darauf, dass doppelter Inhalt vielleicht unerkannt bleibt, sondern optimiere Deine Inhalte durch die Verwendung von Weiterleitungen, Canonical-Tags und Paginierungs-Strategien.

Website-Geschwindigkeit

Sowohl für den User und wie auch als Ranking-Faktor ist die Ladegeschwindigkeit ein wichtiger Faktor. Aus diesem Grund sollte Deine Website auf allen Geräte-Arten schnell laden. Schnelle Webseiten verbessern das Nutzer-Erlebnis. Besucher springen seltener ab - was wiederum zu größerem Engagement und höheren Konversionsraten führen kann. 

Zur Nutzerfreundlichkeit gehört neben der Ladezeit auch die Stabilität der verschiedenen Elemente einer Webseite. Sie sollten sich während des Ladens nicht ständig verschieben, da dies den Nutzer in der Wahrnehmung Deiner Webseite beeinträchtigt. Um die Geschwindigkeit Deiner Website zu messen, kannst Du verschiedeneTools verwenden. Am gängigsten ist wahrscheinlich das Google-eigene Tool Page Speed Insights. 

Ab Mai 2021 kündigt Google das Page Experience Update an. Mit diesem Update kommen weitere Google-Ranking-Bewertungskriterien für Benutzerfreundlichkeit ins Spiel, auf die Du künftig achten solltest: Ladezeit, Interaktion und Stabilität. Näheres dazu erfährst Du hier https://support.google.com/webmasters/answer/9205520?hl=de

Sehr oft sind für langsame Ladezeiten bei CMS übrigens überdimensionierte Bilder, viel JavaSript- und CSS-Dateien verantwortlich.

HTTPS

Die Sicherheit im Internet ist ein zentrales Anliegen von Google. Aus diesem Grund priorisiert das Unternehmen nun schon seit einiger Zeit HTTPS-Websites gegenüber HTTP-Websites.

Dies geschieht, indem die HTTP-Websites als „nicht sicher“ markiert werden. HTTPs-Seiten mit SSL-Verschlüsselung gehören heute de facto zum Standard für jede Website. Wenn Du keine HTTPS-Websites verwendest, kann das die Erfahrung der Nutzer stark beeinträchtigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer eine Website mit Sicherheitswarnungen besucht, ist viel geringer, als die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher einer Website ohne Sicherheitswarnungen vertraut. 

Seit der Einführung der DGSVO im Jahr 2018 muss jede Website, die persönliche Daten von Nutzern abfragt, über eine sichere SSL-Verbindung verfügen.

URLs

URLs sollten beschreibende Worte enthalten, damit Suchmaschinen und Nutzer besser verstehen können, worum es bei Deinen Seiten geht. Gestalte die URLs mit Deinem Fokus-Keyword. Umfasst Dein Fokus-Keyword mehrere Wörter, trenne diese in der URL durch einen Bindestrich. Außerdem ist es ratsam, für die URL einen Seitentitel (Title Tag) zu wählen, der Inhalt genau beschreibt. Verzeichnisse zu verwenden, um den Inhalt zu organisieren und zu beschreiben, ist eine weitere nützliche Vorgehensweise. Vermeide dagegen die Verwendung von Zahlen und Zeichen in den URLs, die schwer verständlich sind. 

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